Die Napoleonischen Villen in Portoferraio

Die Insel Elba ist mit ihrer Schönheit und der Vielfalt der Bodenschätze nicht nur ein Naturparadies, sondern sie ist auch berühmt für das wenn auch kurze Exil von Napoleon.

Nach dem verheerenden Feldzug in Russland und der Niederlage bei Leipzig wurde Napoleon nach Portoferraio ins Exil geschickt. Seine Anwesenheit hat bedeutende Spuren hinterlassen. Auch wenn sein Aufenthalt nicht einmal 10 Monate dauerte, verstand er es, das neue „Reich“, das Fürstentum der Insel Elba, energisch zu verwalten, denn er organisierte den Verkehr, den Handel und die Landwirtschaft neu. Er brachte so viele Innovationen, dass die Insel Elba nach langer Zeit wieder unter einer gemeinsamen Flagge vereint war. Er selbst entwarf die Fahne: Sie ist weiß mit drei goldenen Bienen auf einem roten Band und flattert bis heute stolz auf der ganzen Insel.

Napoleon wählte eine Residenz zwischen Forte Stella und Forte Falcone im oberen Teil von Portoferraio, die er umbauen ließ: Villa dei Mulini. Er führte bemerkenswerte Neuheiten ein, denn er war von einem keinen Hofstaat begleitet, der Maler, Musiker und andere Künstler anzog. Drei von Napoleon Bonaparte geliebte Frauen waren während seiner Verbannung bei ihm auf der Insel: seine Schwester Pauline, die Mutter Laetitia und seine Geliebte Maria Walewska. Die Eintönigkeit in Portoferraio hatte ein Ende, die Ankunft von Prinzessin Pauline Bonaparte, einer schönen, intelligenten Frau, brachte frischen Wind mit Energie und Neuigkeiten in den Ort.

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Die Stadt war nie so „mondän“ und lebhaft. Napoleon ließ ein kleines, reich verziertes Theater im oberen Teil von Portoferraio errichten, das Teatro dei Vigilanti in der umgebauten alten Chiesa del Carmine, das noch heute Symbol für seinen Aufenthalt ist. Von seiner Residenz mit Aussicht auf die Klippe am Eingang zum Golf von Portoferraio konnte er sowohl das Städtchen als auch die in den Hafen einlaufenden Schiffe überblicken. Über eine Treppe in der Altstadt, die „Salita Napoleone“ genannt wird – gleich neben Piazza della Repubblica, wo man einen großen Parkplatz findet – ist seine Residenz leicht zu erreichen. Sie ist schlichter im Vergleich zum Versailler Prunk, aber sie umfasste jedenfalls einen Empfangssaal, einen Offizierssalon, sein persönliches Arbeitszimmer mit seinen geliebten Büchern, das Schlafzimmer und den Knappensaal, die alle im Geschmack der damaligen Zeit ausgeschmückt waren.

Für den Sommer wählte er eine kühlere Residenz im Grünen, in unmittelbarer Nähe von Portoferraio: Seine Schwester Pauline schenkte ihm Villa di San Martino, nachdem sie dafür eine kostbare Perlenkette verkauft hatte. Er ließ sie mit den Verzierungen der damaligen Zeit und mit Bezügen zu den militärischen Unternehmungen umgestalten. Der Ägyptische Saal und der Taubensaal sind zwei Beispiele dafür. Die Villa wurde von einem Cousin des Kaisers, Prinz Anatole Demidoff, seinem glühenden Bewunderer, mit einer Galerie ausgebaut. Hier ist außerdem noch eine Statue von Pauline von dem Bildhauer Antonio Canova erhalten, die „La Galatea“ genannt wird.

Vom Hotel Acquamarina in Portoferraio erreicht man Villa di San Martino in etwa 10 Minuten Autofahrt auf der Straße Richtung Procchio-Marina di Campo. Nach ca. 5 Kilometern ist die Abzweigung gut ausgeschildert, wenn man nach links abbiegt, führt die Straße genau bis zum Eingang der schönen Allee zur Villa di San Martino. Hier finden Sie einen großen Parkplatz, der auch für Busse groß genug ist.

Das Video zeigt, was Sie bei einem Besuch der Villa dei Mulini bewundern können:

Das Video zeigt, was Sie bei einem Besuch der Villa di San Martino bewundern können:

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