Archäologisches Museum in Portoferraio

Die Festung, die Cosimo de Medici zur Verteidigung der Stadt gewünscht und entworfen hat, umfasst den Hafen von Portoferraio mit Forte Falcone, Forte Stella bis zur Linguella – sie heißt so, weil sie sich auf einer Landzunge befindet. Dies ist der äußere Teil des Hafens an der Darsena Medicea, ein Schmuckstück der Militärarchitektur, das die Einfahrt ins Hafenbecken verteidigt. Der Turm mit seiner besonderen Form wird Martello- oder Passanante-Turm genannt, nach dem anarchistischen Attentäter von König Umberto I., der hier 1886 gefangen gehalten wurde, als der Komplex als Kerker diente. In der Zeit des Faschismus war hier auch Sandro Pertini in Haft, der später Präsident der Republik Italien werden sollte. Aber die Geschichte dieses Gebiets reicht viel weiter zurück, denn nur wenige Meter vom Turm entfernt wurden Mosaiken einer römischen Villa aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. gefunden, als das Gebäude nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert und wiederaufgebaut wurde. Der Fußboden und die Fundamente der Villa zu Füßen des Torre del Martello sind noch heute sichtbar und erinnern an die Ursprünge von Portoferraio.

Die Räume, die heute für das Archäologische Museum genutzt werden, waren früher, im 16. Jahrhundert, ein Salzlager. Später wurden hier nach der Tonnara, der Thunfischjagd, die Fische gelagert, und anschließend dienten sie als Gefängnis.

Am Eingang zum Gebiet der Linguella befindet sich in den Räumen auf der linken Seite das Städtische archäologische Museum, das in zwei Sälen auf zwei Stockwerken zahlreiche Fundstücke aus Elba vom Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. ausstellt. Die gut beschrifteten, chronologisch angeordneten Vitrinen zeigen Objekte wie Mineralien und Amphoren, die auf dem Meeresboden bei Elba gefunden wurden und zum Transport von Wein über See dienten. Mit der genauen Beschreibung der Relikte und des Inhalts der verschiedenförmigen Amphoren wird den Besuchern ein gutes Verständnis für den Seehandel mit Lebensmitteln in der Antike vermittelt. Man findet seltene Stücke wie eine Amphore aus Eisen, die in einem Schiffswrack in der Nähe von Montecristo gefunden wurde, und Stücke aus der Villa Romana delle Grotte nicht weit von Portoferraio.

Vom Hotel Acquamarina erreichen Sie das Archäologische Museum zu Fuß oder im Auto in wenigen Minuten: Es ist etwa 1,5 Kilometer entfernt. Über Viale Einaudi in Richtung Hafen/Altstadt gelangen Sie am Ende der Straße an eine Kreuzung. Wenn Sie nach links abbiegen, kommen Sie zur Città Medicea von Portoferraio. Gehen Sie weiter an der Darsena Medicea bis zum Ende auf den roten Torre del Martello zu bis zu dem Tor, hinter dem Sie die archäologische Stätte der Linguella bewundern können. Auf der linken Seite liegt das Museum, das von April bis Ende Oktober geöffnet ist.

Deutsch